| Rosazea |
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| Geschrieben von: Administrator | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mittwoch, den 28. April 2010 um 09:19 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Epidemiologische DatenDie Rosazea gehört zu den häufigen Hauterkrankungen und zeigt keine Geschlechterpräferenz. Unterschiede bestehen hinsichtlich des Manifestationszeitpunktes, der bei Frauen mit einem deutlichen Anstieg nach dem 35. Lebensjahr früher liegt als bei Männern, die eine deutliche Zunahme der Erkrankungszahlen ab dem 50. Lebensjahr zeigen.
KlinikDie Veränderungen bevorzugen die zentralen Gesichtspartien, insbesondere Nase und Wangen. Unterschieden werden 3 klinische Stadien. Stadium I, die Rosacea erythematosa imponiert klinisch durch persistierende Rötungen (Erytheme) und eine Vermehrung von Gefäßen (Teleangiekatasien; Abbildung 1 und 2). Dieses Stadium wird etwa dreimal häufiger als die beiden übrigen Stadien beobachtet. Im Stadium II, der Rosacea papulopustulosa sieht man zusätzlich entzündliche oder auch pustulöse Knoten (Abbildung 3). Stadium III, die Rosacea conglobata zeigt stärker entzündliche Knoten in Verbindung mit einer Gewebsvermehrung. Bei eingehenderer Befragung geben die Patienten flüchtige (transiente), anfallsweise auftretende Erytheme an, die als ein Vorstadium der Rosacea gewertet werden. Das Rhinophym, das fast ausschließlich bei Männern auftritt, ist bedingt durch eine ausgeprägte Hypertrophie der Talgdrüsen und imponiert klinisch durch eine riesige Nase mit höckriger Oberfläche (sog. Knollennase).
Abbildung 1. Rosazea Stadium I. Flächige Erytheme mit Teleangiektasien im Wangenbereich.
Abbildung 2. Rosazea. Darstellung der Gefäßvermehrung mittels Dermatoskopie.
Abbildung 3. Rosazea Stadium II. Im Stirnbereich dichte Aussaat von Papulopusteln auf flächigem Erythem.
Subjektiv klagen die Patienten häufig über Brennen und Stechen in den erkrankten Arealen. Tabelle 1 nennt wichtige äußerliche und innerliche Provokationsfaktoren.
Tabelle 1 Provokationsfaktoren der Rosazea
PathogeneseNeben einer genetischen Veranlagung werden degenerative Veränderungen im Bindegewebe und eine Dysregulation des thermoreaktiven Mechanismus als pathogenetisch relevant erachtet. Die Bedeutung mikrobieller Faktoren wie Demodex-Milben oder Helicobacter pylori-Infektionen werden überaus kontrovers diskutiert.
DiagnoseDie Rosazea wird klinisch diagnostiziert. Erkrankungs-spezifische Laborparameter gibt es nicht.
DifferentialdiagnoseRelevante Differentialdiagnosen sind Akne und periorale Dermatitis (Tabelle 2).
Tabelle 2.Differentialdiagnose der Rosazea und Abgrenzungsmöglichkeiten
TherapieDeutliche Besserung, jedoch keine Heilung möglichEntscheidend bei der Besprechung des therapeutischen Vorgehens und für die langfristige Zusammenarbeit mit dem Patienten ist es darauf hinzuweisen, dass zwar eine deutliche Besserung, jedoch keine Heilung der Erkrankung möglich ist und dass Rezidive immer wieder auftreten können. Die medikamentöse Behandlung erfolgt stadienabhängig und im Stadium II und III der Erkrankung auch häufig kombiniert topisch und oral (Tabelle 3). Der äußerliche Einsatz von Metronidazol erfolgt in allen Stadien
Tabelle 3 Stadienabhängige medikamentöse Behandlung der Rosazea TOPISCH
SYSTEMISCH
Medikamentöse BehandlungDer topische Einsatz von Metronidazol ist in allen Stadien gerechtfertigt, wobei die Wirkung des Antibiotikums Mettonidazol bei der Rosacea nicht auf die antibiotische, sondern auf der antiinflammatorischen Aktivität der Substanz beruht. Mehrere Fertigarzneimittel, in denen Metronidazol in einer Konzentration von 0,75% eingearbeitet ist (Metrocreme®, Metrogel®; Rosiced® Creme), die zweimal täglich (morgens & abends) eingesetzt werden, stehen zur Verfügung. Neben der Abheilung der Pusteln lässt sich unter der topischen Anwendung von Metronidazol eine deutliche Besserung des persistierenden Erythems erreichen, jedoch nicht immer eine vollständige Abheilung. Die Creme-Zubereitung wird meiner Meinung besser vertragen als die Gel-Formulierung. Ist eine individuelle Rezeptur gewünscht, ist die NRF-Formulierung in Form der Hydrophilen Metronidazol Creme 1% NRF eine von den Patienten in der Regel sehr gut verträgliche Zubereitung. Alternativ steht die Azelainsäure zur Verfügung (Skinoren® 15% Gel), die jedoch als schwächer wirksam einzustufen ist. Eine günstige Beeinflussung des Erythems wurde auch für Pimecrolimus und Tacrolimus beschrieben, wobei die Behandlung jeweils über circa 12 Wochen durchgeführt wurde. Eine Zulassung besteht für keine der beiden Substanzen. Medikamentöse Behandlung der papulösen bzw. papulopustulösen RosazeaLiegen nur wenige entzündliche Papeln oder Papulopusteln vor, kann ein Therapieversuch mit Metronidazol oder Azelainsäure auch noch ausreichend sein. Bei stärker ausgeprägten Veränderungen ist die zusätzliche orale Gabe eines Tetrazyklins (Doxycyclin 2 x 50 mg/die bzw. Minocyclin 2 x 50 mg/die) sinnvoll. Die Gabe erfolgt in Abhängigkeit vom klinischen Befund über einen Zeitraum von 4 bis 16 Wochen. Mit Oracea® steht eine neue Tetrazyklin-Formulierung zur Verfügung: die 40mg Tablette verfügt über keine antibiotische Wirkung mehr und nutzt nur die antiinflammatorische Aktivitiät der Tetrazykline. Ein großer Vorteil ist die fehlende UV-Empfindlichkeit im Vergleich zur Gabe der Tettrazykline in der herkömmlichen Dosierung. Gelingt hiermit keine nachhaltige Besserung, stellt die Vitamin-A-Säure Isotretinoin eine sehr wirksame Behandlungsalternative dar, wobei häufig bereits eine tägliche Dosis von 10 bzw. 20 mg ausreichend ist. Der Einsatz von Isotretinoin erfolgt in der Regel über 3 bis 6 Monate. Medikamentöse Behandlung der Rosacea conglobataHier ist die orale Isotretinoin-Gabe in Kombination mit topischem Metrondizol unterstützt durch die operative Entfernung hyperplastischen Materials die Behandlung der Wahl.
Unterstützende TherapiemassnahmenRosazea-BasistherapieEine milde Reinigung und regelmässige Pflege der Haut ist während und nach Beendigung der aktiven medikamentösen Behandlung sinnvoll, wobei heute spezielle Pflegeserien (z.B. Nacriderm®) zur Reduktion der Hautrötungen angeboten werden. Für die dekorative Kosmetik sind Teints-korrigierende Make-ups mit Grüntönen als Kompelmentärfarbe zum Rot zur Kaschierung des Erythems sinnvoll, die auch in der Regel einen Lichtschutzfaktor enthalten und somit einen möglichen Provokationsfaktor günstig beeinflussen der übrigens aufgrund der besseren Verträglichkeit physikalischer Natur ist (Eucerin® Anti-Rötungen, Abilaine® Creme). Rosazea-MassageDie auf eine Veröffentlichung von Sobye zurückgehende Massage wird auch heute noch vielfach empfohlen und dem Patienten durch die medizinische Kosmetikerin für die regelmässige Anwendung zu Hause beigebracht. Der Effekt der Massage ist immer auf den Zeitraum der aktiven Durchführung beschränkt ist. Behandlung von Teleangiektasien und RubeosisWährend die entzündlichen Veränderungen der Rosazea sich medikamentös sehr gut behandeln lassen, verbleibt sehr häufig noch ein Resterythem. Auch die Teleangiektasen werden medikamentös kaum beeinflusst. Für die Behandlung dieser den Patienten störenden Veränderungen stehen heute v.a. leistungsfähige hochenergetische Blitzlampen zur Verfügung, die nach durchschnittlich 3 Anwendungen ein auch länger anhaltendes positives Ergebnis liefern.
Opthalmo-RosaceaDie Angaben zur Häufigkeit einer Augenbeteiligung sind nicht einheitlich und werden mit 6 bis 18% angeben. Die Schwere der Augensymptomatik kontrolliert nicht mit der Schwere der Hautsymptomatik.Jeder Patient mit Rosazea sollte jedoch hinsichtlich einer möglichen Augenbeteiligung befragt werden. Anamnestisch wird häufig ein okuläres Fremdkörpergefühl angegeben, klinisch kann eine Konjunktivitis imponieren. Bei entsprechenden Beschwerden ist eine Vorstellung beim Augenarzt notwendig.Tetrazykline sind die Substanzen der Wahl, wobei Minozyklin dem Doxyzyklin überlegen ist. Initial erfolgt die zweimal tägliche Gabe von 50 mg. Kommt es innerhalb von 4 Wochen zu keiner deutlichen Besserung, wird eine Dosisverdoppelung empfohlen. Bei einem Therapieversagen wird auf eine Behandlung mit Isotretinoin (10-20 mg/die) umgestellt.
Literatur
Autor: Prof. D. Abeck, Facharzt für haut- und Geschlechtskrankheiten, München |
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. April 2010 um 09:31 Uhr |






