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Die Behandlungsmöglichkeiten für vulgäre Warzen sind 2010 immer noch völlig unzureichend. Kommt es nicht zu einer spontanen Abheilung, besteht lediglich für die Salicylsäure, alleine oder in Kombination, Evidenz für eine Wirksamkeit (1). Diese Evidenz ist bereits fraglich für die Kryotherapie(1).

Aufsehen erregten in den letzten Jahren Berichte über die Wirksamkeit intraläsionaler Injektionen verschiedener Antigene wie z.B. Candida, Mumps oder Trichophyton (2,3). Interessant war die Beobachtung, dass bei Vorliegen multipler Warzen die Behandlung einer singulären Warze nachfolgend zur Abheilung aller übrigen Warzen führt, was die Entwicklung einer profunden Zellvermittelten Immunität gegenüber den Humanen Papillomviren durch den Vakzinierungsprozess nahe legt.
In einer randomisierten Untersuchung erfolgte die Injektion der Mumps-Masern-Röteln (MMR)-Vakzine oder von Kochsalz in eine Warze (4). Eine Wiederholung erfolgte im 2-wöchigen Abstand bis zur vollständigen Abheilung, maximal 5 mal. 85 Patienten wurden mit der MMV-Vakzine, 50 Patienten mit der Kochsalzlösung behandelt. Bei allen in die Studie eingeschlossenen Patienten war zuvor eine Reaktivität nach intradermaler Injektion von 0,1ml der MMV-Vakzine nachgewiesen worden.
Die Daten von 70 Patienten der Verum- und 40 Patienten der Kontrollgruppe konnten ausgewertet werden (Tabelle 1).
Tab. 1: Klinisches Ansprechen unter intraläsionaler MMR-Vakzine-Injektion bei Patienten mit vulgären Warzen
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Abheilung |
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vollständig | partiell | keine |
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n (%) |
n (%) |
n (%) |
| MMR-Vakzine (n=70) |
57 (81,4) |
7 (10) |
6 (8,6) |
| Kontrolle (n=40) |
11 (27,5) |
6 (15) |
23 (57,5) |
Die Abheilungsrate unter der MMR-Vakzine war gegenüber der Placebokontrolle signifikant (p < 0,001). Die Abheilung betraf nicht nur die Warze, in die die Injektion erfolgte, sondern betraf bei multiplem Vorliegen auch die weiteren intraindividuell vorliegenden Läsionen.
Im Falle einer Abheilung zeigte sich über einen 6-monatigen Nachbeobachtungszeitraum kein Rezidiv.
Die verwendete Dreier-Vakzine ist sehr preiswert, die immunologische Kompetenz in der Bevölkerung gegenüber der Vakzine sehr hoch, so dass der Therapieansatz ein grosses Potenzial bei der Behandlung therapieresistenter vulgärer Warzen beinhaltet.
Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, München
Quellen:
1.Gibbs S, Harvey I; Cochrane Database Syst Rev CD001781 2.Horn et al.; Arch Dermatol 2005;141:589-594 3.Gupta et al.; J Eur Acad Dermatol Venereol 2008 ;22 :1089-1093 4.Nofal A, Nofal E ; Intralesional immunotherapy of common warts: successful treatment with mumps, measles and ribella vaccine. J Eur Acad Dermatol Venereol 2010; Feb 25 [Epub ahead of print]
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